23. Januar 2026 // 19:00 bis 21:00 –
Wie Europa sich mit Waffen schützen will – aber mit Öl & Gas erpressbar macht
Milliarden fließen in Panzer und Raketen, doch vor der wahren Bedrohung verschließt Europa die Augen: die fatale Abhängigkeit von Energieimporten aus Krisenregionen und erpresserischen Regierungen. Mehr als 90 Prozent von Europas Öl und Gas stammen aus dem Ausland – aus autoritären Regimen wie Russland und Katar oder den unberechenbaren USA unter Donald Trump. So entstehen doppelte Risiken: Europa macht sich erpressbar – und stärkt gleichzeitig autoritäre Regime.
Doch trotz der bitteren Lektionen aus Putins Angriffskrieg und Trumps Erpressungspolitik halten Berlin und Brüssel an fossilen Geschäften fest und torpedieren gleichzeitig die Energiewende, die uns unabhängiger machen könnte. Blind wer-den Verträge forciert für Flüssiggas in dreistelliger Milliardenhöhe und Ölimporte aus bedenklichen Quellen – statt Abhängigkeiten zu reduzieren, werden sie zementiert.
In ihrer jüngst erschienenen Streitschrift »Die Sicherheitslüge« decken die beiden Umwelt- und Klimajournalistinnen Susanne Götze und Annika Joeres auf, warum militärische Aufrüstung ohne Energiesouveränität eine gefährliche Illusion ist – und was das für die Zukunft der EU bedeutet. Sie verstehen ihr Buch als Weckruf: „Europa muss entschlossen auf erneuerbare Energien und Unabhängigkeit setzen. Nur so können wir den Teufelskreis fossiler Aufrüstung für fossile Konflikte durch-brechen.“
Susanne Götze ist promovierte Historikerin, Autorin und Journalistin. Sie arbeitet seit über 20 Jahren als Umwelt- und Klimajournalistin, seit 2020 ist sie Redakteurin für den SPIEGEL. Annika Joeres arbeitet als Senior Reporterin für die Investigativ-Redaktion correctiv.org und berichtet für DIE ZEIT aus Frankreich. Sie ist spezialisiert auf grenzüberschreitende Recherchen zu Lobbyismus und Energiepolitik. Beide Journalistinnen wurden für ihre Arbeit mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.


