Vortrag Dr. Martha Mertens et al.: “GENOPOLY 2.0 – Die Neue-Gentechnik-Gesetzgebung der EU und ihre Folgen für Landwirtschaft, Ernährung und Natur”

16. Juli 2026 // 19:00 bis 21:00 –

Am 17. Juni 2026 fand auf EU-Ebene – von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen – ein Paradigmenwechsel und weiterer Rollback statt: Trotz intensiver, jahrelanger Proteste seitens der bäuerlichen Landwirtschaft, des Umwelt- und Naturschutzes sowie des Verbraucherschutzes hat das Europäische Parlament mit einer Mehrheit aus konservativen, rechten und liberalen Parteien Pflanzen aus neuen genetischen Verfahren (NGT) aus dem bisherigen Gentechnikrecht herausgenommen.

Durch diese „Deregulierung“ werden das völkerrechtlich verbindliche Vorsorgeprinzip, aber auch gültige Verbraucherrechte hinsichtlich Transparenz und Kennzeichnung außer Kraft gesetzt. Sollten die Gerichte diesen Verstoß gegen bislang geltende Schutzrechte nicht aufheben (erste Klagen beim Europäische Gerichtshof werden bereits vorbereitet), dürfen ab 2028 die meisten dieser Gentechnik-Pflanzen und daraus hergestellte Lebensmittel auf den Markt – ohne dass sie hinsichtlich ihrer ökologischen und gesundheitlichen Risiken geprüft, zugelassen und gekennzeichnet werden müssen. Gleichzeitig steigt durch die vorgesehene Patentierung dieser Pflanzen die Marktmacht weniger globaler Saatgut-Konzerne.

·       Welche weiteren Auswirkungen auf die bäuerliche konventionelle und ökologische Landwirtschaft sind zu erwarten?
·       Wird es auch in Zukunft möglich sein, tatsächlich gentechnikfrei zu züchten und Lebensmittel ohne Gentechnik zu erzeugen, was sich laut Umfragen bis zu 90 Prozent der europäischen Verbraucher:innen wünschen?
·       Welche ökologischen und gesundheitlichen Risiken sind mit der geplanten Deregulierung der Neuen Gentechnik verbunden?
·       Und vor allem: Welche Aufgaben kommen in Zukunft auf eine kritische Zivil-gesellschaft zu, die nicht bereit ist, Vorsorge und Verbraucherrechte und unser Saatgut den Konzerninteressen zu opfern?

Antworten auf diese Fragen geben Dr. Martha Mertens, Biologin und Sprecherin des Arbeitskreises „Bio- und Gentechnik“ des BUND und des BUND Naturschutz Bayern, Barbara Endrass, Biobäuerin aus dem Allgäu und Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) e.V. in Baden-Württemberg, sowie Dr. Christoph Then, Geschäftsführer von Testbiotech e.V. und Sprecher der europäischen Initiative 
„No Patents on Seeds!“.

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