Die Stiftungsinitiative Urbane Gärten München hat ein Beratungs- und Workshop-Programm entwickelt, um urbane Gemeinschaftsgärten in München dabei zu unterstützen, sich zum Lernort für Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) weiter zu entwickeln und dabei zu einem noch vielfältigeren und attraktiveren Anziehungspunkt im Quartier zu werden. Dieses Programm wurde in Abstimmung mit der Bayerischen Gartenakademie „Urbane Gartenakademien München“ getauft. Alle von der LHM geförderten und somit kostenlosen Veranstaltungen haben nicht nur das nachhaltige und ressourcenschonende Biogärtnern und die Biodiversität in den urbanen Gärten zum Inhalt, sondern auch einen Bezug zu Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE). Die Quartiersbewohner*innen können selbst als Teil der globalen sozial-ökologischen Transformation wahrnehmen – und viele Teilnehmende, die noch nie etwas von den Nachhaltigkeitszielen – den SDGs – gehört haben, freuen sich sehr über den Gedanken, dass sie nicht einfach nur erfolgreicher, biologisch und ressourcenschonend gärtnern, sondern mit ihrem ehrenamtlichen Engagement für ein grünes und lebenswertes Wohnumfeld, wichtiger Teil einer wachsenden globalen Bewegung sind. Im letzten Jahr konnten schon 17 Veranstaltungen in 11 verschiedenen Gärten realisiert und damit ca. 200 Gärtner*innen und Garteninteressierte erreicht werden. Dadurch ist dieses Jahr die Zahl der Anfragen für unsere Workshops noch weiter gestiegen, und die Saison 2026 wurde mit zahlreichen Veranstaltungen zu Bodenpflege, Kompostieren, Biologischer Anbauplanung, Jungpflanzenanzucht, Garten- und Wildkräutern u.v.m. eingeläutet.
Die Zusammenarbeit mit dem Freiluftgarten Freiham des Nachbarschaftstreffs Freiham (KINDERSCHUTZ MÜNCHEN) ist ein besonders gelungenes Beispiel. Seit seiner Gründung im Jahr 2020 hat sich der selbstorganisierte Gemeinschaftsgarten kontinuierlich weiterentwickelt. Nachdem Anfang 2025 die strategischen Weichen gestellt wurden, wird das Angebot seit Anfang 2026 im Rahmen des RKU-geförderten Projekts „Über die Gartenhecke – Der Freiluftgarten als quartiersweiter Lernort für BNE“ gemeinsam mit interessierten Bewohner*innen ausgebaut und verstetigt. Der Fach- und Treffleitung des Nachbarschaftstreffs Freiham, Patrycja Marek, sowie der Koordinatorin des Freiluftgartens, Annika Christof-Ansarian, ist es in enger Zusammenarbeit mit den freiwillig Engagierten gelungen, den Gemeinschaftsgarten konzeptionell neu auszurichten. So entsteht ein Ort, an dem Gestaltungskompetenzen im Sinne von BNE erfahrbar werden, erprobt und in den Alltag überführt werden können.
Dieser Prozess hin zu einem lebendigen Lernort für Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) wird mit Workshops der Urbanen Gärten München begleitet.
Bereits zahlreiche Workshops und Veranstaltungen konnten gemeinsam realisiert werden: praxisorientierte Formate zu Bodenpflege, Kompostierung und Bio-Mischkultur mit Ruth Mahla (Projektleitung Urbane Gärten München), ein ausführlicher Kräuternachmittag mit der Umwelt- und Kräuterpädagogin Alicia Bilang sowie ein spezieller Workshop zur Herstellung von Oxymel mit der Gartenexpertin Christine Nimmerfall.
Auch das Thema „Vogelfreundlicher Garten“ wurde gemeinsam mit Gregor Baumert (LBV) aufgegriffen – inklusive Einblicken in die Vogelwelt und den Bau von Nisthilfen für Garten und Quartier. Steffi Kreuzinger (pädagogische Leitung Ökoprojekt Mobilspiel) hat mit dem Workshop „Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in urbanen Gärten und im Quartier“ zentrale Impulse gesetzt und die Teilnehmenden für das Prinzip „Global denken – lokal handeln“ begeistert.
An den Veranstaltungen nehmen auch Ehrenamtliche aus weiteren Garten- und Nachhaltigkeitsprojekten teil, etwa aus der Wertschöpferei oder dem Wildgartenprojekt der WOGENO im Neubaugebiet Freiham, sowie aus Kleingärten und Krautgärten des Bezirks 22 Aubing-Lochhausen-Langwied. So entstehen Austausch, Vernetzung und gemeinsames Lernen über Projektgrenzen hinweg. Alle Beteiligten eint das Engagement für lebenswerte, grüne Quartiere – für sich selbst und für kommende Generationen. Die Gärten entwickeln sich dabei zu „Dritten Orten“ der Begegnung und guten Nachbarschaft, die kulturelle, sprachliche und soziale Grenzen überwinden.
Mitmachen kann jede*r: Alle Angebote sind niedrigschwellig, kostenlos und barrierefrei. Und wenn Sprachbarrieren bestehen, wird eben mit Händen und Füßen kommuniziert – beim gemeinsamen Gärtnern, Kochen und Gestalten.


